Experten/-innenanhörung "Drogen-Schwangerschaft-Kind"  2007          

Unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, MdB, fand am 29. Januar 2007 in Berlin eine Anhörung des Fachverbandes Drogen und Rauschmittel e.V. von Expertinnen und Experten aus der Medizin, der Sucht- und Jugendhilfe zum Thema "Drogen - Schwangerschaft - Kind" statt.
75 Teilnehmer/-innen konnten anhand von 13 Statements die Komplexität des Themas und seiner möglichen Problemlösungen erfahren.

Ausgangspunkt allen Handelns muss das "Übereinkommen über die Rechte des Kindes" der Vereinten Nationen (UN-Kinderrechtskonvention) sein, wo es in Artikel 24 heißt: "Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit an sowie auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit." Artikel 33 legt fest: "Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen einschließlich Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um Kinder vor dem unerlaubten Gebrauch von Suchtstoffen und psychotropen Stoffen im Sinne der diesbezüglichen internationalen Übereinkünfte zu schützen ...".
In Deutschland sind rund 150.000 Personen opiatabhängig, davon sind ca. 1/3 Frauen. Verschiedenen Untersuchungen zufolge haben 30 - 45 % der opiatabhängigen Frauen bereits mindestens ein Kind geboren.
Kinder drogenabhängiger Mütter sind vor und nach der Geburt einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Drogenkonsum der Mutter beeinflusst die Entwicklung des Kindes, Mangelernährung und die häufigen Infektionskrankheiten der Mütter spielen ebenfalls eine Rolle. Die Mütter selbst sind durch eigene traumatisierende Erfahrungen, ihre Abhängigkeitserkrankung und schwere psychische Probleme in ihrer Erziehungskompetenz erheblich eingeschränkt. Hinzu kommen die ungünstigen Lebensbedingungen Umfeld der Drogen. Es gibt viele Hinweise, dass eine umfassende interdisziplinäre (medizinische, psychologische, sozialarbeiterische) Betreuung der Frauen, die schon in der Schwangerschaft beginnt und in den ersten Lebensjahren fortgesetzt wird, die Prognose für Mütter und Kinder entscheidend verbessern kann.
Die Experten/-innenanhörung diente dem Ziel des Wissenstransfers zwischen Angehörigen der beteiligten Berufsgruppen. Gleichzeitig sollen die Beteiligten für die besonderen Probleme schwangerer drogenabhängiger Frauen und ihrer neugeborenen Kinder über ihr eigenes Fachwissen hinaus sensibilisiert werden. Die Teilnehmer/-innen erlebten eine Veranstaltung mit außergewöhnlicher Informationsdichte, die zwar viele, aber dafür zielführende Fragen aufgeworfen hat.
Unten sehen Sie die Übersicht über die Statements. Bitte beachten Sie, dass die Rechte an der Veröffentlichung bei den Autorinnen und Autoren liegen und die Beiträge lediglich zur persönlichen Information verwendet werden dürfen:

 

Thema 1: Welche gesicherten Forschungsergebnisse gibt es über die Auswirkungen von Drogenabhängigkeit und Substitution auf die kindliche Entwicklung?

Statement 1 von Dr. Markus Backmund, Dt. Gesellschaft für Suchtmedizin, München
Statement 2 von Prof. Dr. Michael Klein, Katholische FH Nordrhein-Westfalen, Köln
Statement 3 von Dr. Ruthard Stachowske, Jugendhilfe Lüneburg

Thema 2: Was tun, wenn drogenabhängige Frauen schwanger werden?

Statement 4 von Dr. Jan-Peter Siedentopf, Klinik für Geburtsmedizin, CVK, Charitè Berlin
Statement 5 von Dr. med. Jörg Gölz, Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin, Berlin
Statement 6 von Dr. Dieter Hüseman, Klinik für Neonatologie, CVK, Charitè Berlin
Statement 7 von Dr. Bernd Westermann, Substitutionsambulanz A.I.D., Notdienst e.V., Berlin

Thema 3: Welche psychosozialen Betreuungsmaßnahmen sind in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr des Kindes angezeigt? Wer muss mit wem kooperieren, wer finanziert die Maßnahmen?

Statement 8 von Stefan Bürkle, Caritas Suchthilfe; Freiburg
Statement 9 von Carola Fricke, WIGWAM, Berlin
Statement 10 von Prof. Dr. Jochen Zenker, Gesundheitsamt Bremen
Statement 11 von Marlis Otte, Jugendamt Lüneburg
Statement 12 von Christine Gerber, Stadtjugendamt München
Statement 13 von Prof. Dr. Lauer, Kinderschutzbund Deutschland, Hannover