. . .Kompetenznetzwerk Sucht-Selbsthilfe für Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa und Asien
Mit einem dreijährigen Modellprojekt fördert das Bundesministerium für Gesundheit ein Kompetenznetzwerk Sucht-Selbsthilfe für Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa und Asien, um die Frage beantworten zu können, ob durch familienbezogene Selbsthilfe und internetgestützte Hilfen Aussiedlerinnen und Aussiedler besser erreicht, besser beraten und besser integriert werden können.
Fachleute rechnen damit, dass rund eine halbe Million Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland Probleme mit Alkohol haben und weitere rund 100.000 eher junge Menschen illegale Drogen konsumieren. Durch eine beispielhafte Qualifizierung von Fachkräften konnte in den vergangenen Jahren erreicht werden, dass professionelle Suchthilfe abhängigkeitskranke russischsprachige Migrantinnen und Migranten sowie Spätaussiedler immer besser erreicht hat. Frühe Hilfen, Unterstützung und eine bessere Integration sollten aber auch durch ein akzeptiertes Selbsthilfeangebot für diese Menschen gegeben werden.
Das Konzept
Dem Bundes-Modellprojekt „Kompetenznetzwerk Sucht-Selbsthilfe für Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa und Asien (Kosmos+Exjuse)“ liegt ein vom Selbsthilfeverein Dorkas Gruppen e. V. mit dem Fachverband Drogen und Rauschmittel e. V. fdr entwickeltes Konzept zugrunde. Es sieht die wissenschaftliche Überprüfung von zwei erstmalig angewandten Selbsthilfeansätzen vor: Zum einen dem, auf die Familien- und Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten, insbesondere Russlanddeutschen abgestimmten Konzept der familiengestützten Selbsthilfe in den Dorkas-Gruppen und zum anderen mit dem speziell auf drogenkonsumierende junge Menschen zielenden Konzept der Exjuse-Gruppen, in denen Kontaktaufnahme und Beratung zunächst über das Internet stattfinden.
Um die Einbindung der vorgenannten Zielgruppen einerseits in die Selbsthilfe, aber auch andererseits in die Suchthilfe zu verbessern, sollen über das Kompetenznetzwerk KOSMOS Selbsthilfepotentiale bei jungen und alten Migrantinnen und Migranten verstärkt werden. Eine zentrale Projektsteuerung hilft, diese spezialisierten Selbsthilfegruppen zu initiieren, zu fördern und zu begleiten.
In den Regionen Stuttgart, Fulda und Hannover arbeiten Referenten/-innen für Selbsthilfeförderung mit diesem Ziel. Es sind:
- Im Regionalraum 1 (Ulm - Pforzheim - Heilbronn - Tübingen) mit Dienstsitz in Schwäbisch Gmünd: Michael Hemberger (Projektleitung)
- Im Regionalraum 2 (Kassel - Fulda - Würzburg - Schweinfurt) mit Dienstsitz in Schwäbisch Gmünd: Viktoria Hetzel
- Im Regionalraum 3 (Großraum Hannover) mit Dienstsitz in Hannover: Claudia Garrido
- Sowie als Verwaltungsangestellte im Projektmanagement am Standort Schwäbisch Gmünd: Anna Legoschina
- Selbsthilfe bei älteren russischsprachigen Migrantinnen und Migranten sowie bei Russlanddeutschen in Verbindung von Gruppe und familiärer Atmosphäre („Hauskreisgruppen“) zu fördern und zu unterstützen. Dazu gibt es einen Flyer auf russisch und deutsch.
- jungen Migranten/-innen, aber auch andere jungen Drogenkonsumenten/-innen Chaträume anzubieten, die durch regionale "Face to Face" – Meetings ergänzt werden,
- „Key-Persons“ aus den Reihen der Aussiedler auszubilden, die Gruppen in einem festgelegten Zeitraum im Internet, wie auch „live“ begleiten.