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Was wir wollen
Das Programm
Die Abstracts
Die Thementouren
Die Anmeldung

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»SUCHT SUCHT RESPEKT«
  Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt.

15./16. Mai 2017: SEMINARIS Campus Hotel Berlin


Was wir wollen:


Der 40. BundesDrogenKongress!  Zeit für ein Fazit und einen Ausblick. Auch wenn der Kongress inzwischen offiziell fdr+sucht+kongress heißt, hat sein Konzept seit vier Jahrzehnten Bestand.
Vierzig BundesDrogenKongresse, das sind vierzig Foren von Fachleuten der Suchthilfe. Ihr Anliegen war immer ein besseres Leben für Menschen, die abhängig oder durch Drogen gefährdet sind.
In all den Jahren haben wir gegen die Diskriminierung suchtkranker Menschen gekämpft. Wir haben an den Tabus der Gesellschaft in ihrem Umgang mit abhängigkeitskranken Menschen gerüttelt. Und uns dabei immer wieder mit den Leistungsträgern im Sozialrecht, mit der Politik und der Justiz auseinandergesetzt. Wir konnten Veränderungen bewirken.
Der 40. BundesDrogenKongress. Wir haben Erfolge erzielt und Perspektiven eröffnet. Und wir sind motiviert für die Zukunft.

Die Vereinbarungen – und die Praxis
Der erste BundesDrogenKongress fand 1978 in Stuttgart statt; bereits zehn Jahre zuvor hatte das Bundessozialgericht festgestellt: Sucht ist Krankheit. 1975 wurde dann durch die „Eingliederungshilfeverordnung“ festgelegt, dass Suchtkranke zu den Personen mit einer seelischen Behinderung zählen. Seit 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland geltendes Recht. Ihr Ziel: die Umsetzung der Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen.
All das hat den Anspruch suchtkranker Menschen auf Hilfe verbessert. Eingelöst wird dieser Anspruch jedoch nur zum Teil. Immer noch werden Suchtkranke diskriminiert und von Leistungen ausgeschlossen. Sie werden im Zusammenhang mit illegalen Drogen strafrechtlich verfolgt und alleine gelassen, wenn sie Hilfe bräuchten.

Wir stellen die Würde in den Mittelpunkt und wir stellen Fragen
Beim 40. fdr+sucht+kongress  stellen wir die Würde des suchtkranken Menschen in den Mittelpunkt. Wir fordern den respektvollen Umgang, die Gewähr der Menschenwürde, und wir untersuchen, wie sich dieser respektvolle Umgang im Suchthilfe-System darstellt. Wir fragen:
+ Prävention findet statt. Aber reichen die Maßnahmen aus?
+ Suchtkranke Frauen haben spezielle Probleme. Werden sie angemessen berücksichtigt?
+ Die Behindertenrechtskonvention fordert staatliche „Mindeststandards und Leitlinien für die
   Zugänglichkeit von Einrichtungen und Diensten, die der Öffentlichkeit offenstehen oder für sie
   bereitgestellt werden“. Existieren diese für Suchtkranke?
+ Die Behindertenrechtskonvention fordert Zugang zu gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu
   Hause und in Einrichtungen sowie zu sonstigen gemeindenahen Unterstützungsdiensten.
   Erhalten Abhängigkeitskranke diesen Zugang?
+ Jeder suchtkranke Mensch hat einen individuellen Bedarf und ein Recht auf Selbstbestimmung.
   Berücksichtigt die Eingliederungshilfe diese Tatsachen?
+ Und berücksichtigt die Gesetzliche Rentenversicherung sie?
+ Die Behindertenrechtskonvention formuliert das Recht auf die Möglichkeit, den Lebensunterhalt
   durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, integrativen und für Menschen mit
   Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen
   wird. Erhalten Abhängigkeitskranke entsprechenden Zugang zu Bildung, Ausbildung und
   Beschäftigung?
+ Suchtkranke Menschen besitzen Potenzial, sich und ihre Interessen zu vertreten. Nutzen
   Politik, Leistungsträger und die Suchthilfe diese Ressourcen für ein möglichst großes Maß an
   Selbstbestimmung? Und binden sie die SuchtSelbstHilfe angemessen in ihre Arbeit ein?

  Wir möchten gemeinsam mit Ihnen Antworten geben und Maßstäbe setzen!
Wir freuen uns auf Sie beim 40. BundesDrogenKongress  in Berlin am 15./16. Mai 2017


Das Programm


Montag, 15. Mai 2017

9.00 - 12.00 Uhr THEMENTOUREN durch die Berliner Suchthilfe
in diesem Jahr vor dem Kongress!
Beim fdr+sucht+kongress können Sie die Vielfalt der Suchthilfe in Berlin kennenlernen. Verbinden Sie die Kongressteilnahme mit der Besichtigung von Einrichtungen der Suchthilfe.
Oder machen Sie sich, unabhängig von der Teilnahme am 40.fdr+sucht+kongress, ein Bild durch die Teilnahme an einer Thementour »SuchtHilfe«! Sie werden während der Tour von einer »Patin« oder einem »Paten« betreut. Ihren »Fahrplan« bekommen Sie rechtzeitig vor dem Kongress im Internet oder vor Ort.
Um teilnehmen zu können, müssen Sie sich anmelden, möglicherweise eine weitere Übernachtung von Sonntag auf Montag (86 €) buchen und einen Kostenbeitrag von 10 Euro einplanen.
Die Touren beginnen am Tagungshotel und dann werden Sie von uns zu den anderen teilnehmenden Einrichtungen gebracht. Die Touren enden gegen 12:00 Uhr am Tagungshotel.
Tour 1 › Prävention
Tour 2 › Originalstoffvergabe und Substitution
Tour 3 › Arbeit für Suchtkranke
Tour 4 › Rehabilitation und stationäre Hilfen
Laden Sie sich den Flyer für die Thementouren herunter

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Eröffnung

12.00 EMPFANG der Teilnehmer*innen + Mittagsimbiss

13.00 ERÖFFNUNG

13.15 GRUSSWORTE

Vorträge

14:00 Uhr     Vortrag 1
14:30 Uhr
    Dr. Alfred Uhl
Sucht, Stigma und Tabu  - Spielräume sichern trotz institutioneller Macht

14:30 Uhr     Vortrag 2
15:00 Uhr
    Prof. Dr.med Malek Bajbouj
Die gesundheitliche Situation geflüchteter Menschen und die Herausforderungen für die Suchthilfe


Seminare

15:30 Uhr    Seminar 11
18:30 Uhr

Neue Psychoaktive Substanzen (NPS), neue neue Konsummuster - neue Herausforderungen für die Suchthilfe?
Rüdiger Schmolke

15:30 Uhr    Seminar 12
18:30 Uhr

Zugang zu Bildung, Ausbildung und Beschäftigung für Abhängigkeitskranke
1. Stigmatisierung Suchtkranker beim Arbeitsmarkt-Zugang
    Dr. Dirk Kratz
2.  Frau Morkel ist glücklich: „In der tageswerkstatt sorge ick für die Bienen und der Honig wird überall jegessen, dit kenn  
     ick so noch nich, fühlt sich aber jut an.“
     Lena Merenz und Antje Matthiesen

15:30 Uhr    Seminar 13
18:30 Uhr

Wenn reden allein nicht hilft – Rehabilitation im Spannungsfeld zwischen klassischer Psychotherapie und teilhabespezifschem Rollentraining
Dr. Arthur Günthner und andere

15:30 Uhr    Seminar 14
18:30 Uhr

Partizipative Theaterarbeit zur Entstigmatisierung des Themas Sucht in der Gesellschaft
Prof. Dr. Regina Kostrzewa und andere

15:30 Uhr    Seminar 15
18:30 Uhr

Interkulturelle Sensibilisierung – Geflüchteten Menschen gerecht werden
Sosan Azad

15:30 Uhr    Seminar 16
18:30 Uhr

„Besserer Jugendschutz- mit Cannabisregulierung!? “Effektive Praxisansätze für Jugendliche mit problematischem Cannabiskonsum Moderation: Andres Gantner und Nina Pritszens
1. Cannabis:  Regulierungsinitiativen und cannabispolitische Positionen im Hinblick auf die Bedeutung des 
    Jugendschutzes
    Prof. Dr. Heino Stöver
2. Suchtpräventive Ansätze bei Cannabiskonsum: Balance zwischen Verbot und Entwicklung von Risikokompetenz.
    Christa Schadt
3. „Wer ist eigentlich FreD und warum kommt er nicht…?“ Beratungs- und Frühinterventionsansätze  für
    Cannabiskonsumenten*innen in Berlin
    Nina Pritszens
4. Multidimensionale Familientherapie (MDFT)  für minderjährige Cannabisabhängige und Eltern. Vom strafrechtlichen
    Zwangskontext (USA) zur zieloffenen Netzwerktherapie (Berlin)
    Andreas Gantner
5. Stationärer qualifizierter Entzug  für Cannabisabhängige
    Dr. Tobias Hellenschmidt

15:30 Uhr    Seminar 17
18:30 Uhr

Gesundes Selbstmanagement im (Berufs)alltag - Impulse zur Stressbewältigung und Resilienzstärkung
Anne Lubinski und Britta Maier

15:30 Uhr    Seminar 18
18:30 Uhr

Symposion Drogenforschung I

1. Learning howtoask – ein Training zum Erfragen von Traumatisierungen in der ambulanten Suchthilfe
    Dr. Annett Lotzin;
2. Chemsex in Deutschland – Perspektiven drogenkonsumierender Männer, die Sex mit Männern haben, in sexuellen
    Kontexten und Anforderungen an die Praxis
    Anna Dichtl und Niels Graf
3. Musiktherapie und Emotion in der Suchttherapie – ein Überblick und kritische Reflektion
    Prof. Dr. Jörg Fachner; 

20:00 Uhr
Der Kongress macht Party


Dienstag, 16. Mai 2017

Vorträge

9:00 Uhr    Vortrag 3
9:30 Uhr  
  Prof. Dr. Martin Schmid
Entwicklungslinien der Drogenhilfe in Deutschland

9:30 Uhr    Vortrag 4
10:00 Uhr
  Johannes Schönthal
Wie war das in der Drogenhilfe?

10:00 Uhr    Vortrag 5
10:30 Uhr  
  Helmut Schwehm
Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt -  was denn sonst?
40 Jahre BundesDrogenKongress -  40 Jahre praxisrelevante Balance-Akte – 40 Jahre Respekt für und vor suchtkranken Menschen

Seminare

11:00 Uhr    Seminar 21
13:00 Uhr

Migration als Thema der Suchthilfe
1. Partizipative Angebote für Menschen mit Fluchthintergrund
    Stefan Wiedemann
2. Sucht und Flucht – Herausforderungen und Problemlagen für die Suchthilfe in der Arbeit mit suchtmittel-
    gebrauchenden Geflüchteten
    Michael Frommhold

11:00 Uhr    Seminar 22
13:00 Uhr

Alkohol in unserer Gesellschaft: Fragen zur Haltung – Haltungsfragen!
Dr. med. Darius Chahmoradi Tabatabai
Heide Mutter

11:00 Uhr    Seminar 23
13:00 Uhr

Inklusion in der Eingliederungshilfe
Anabela Dias de Oliveira und andere

11:00 Uhr    Seminar 24
13:00 Uhr

Von der Komm-Struktur zur Hol-Struktur – Erreichbarkeit drogenkonsumierender Frauen als Mütter und in der Schwangerschaft
Martina Tödte

11:00 Uhr    Seminar 25
13:00 Uhr

40 Jahre BundesDrogenKongress - 35 Jahre „Therapie statt Strafe“. Betäubungsmittelgesetz und Menschenwürde heute.
Alexander Eberth

11:00 Uhr    Seminar 26
13:00 Uhr

„ImpulsPunkt!“ - Ein Trainingsmanual zum gesünderen Umgang mit aggressiven Impulsen. Impulskontrolltrainings mit Substituierten
Dr. Bernd Westermann

11:00 Uhr    Seminar 27
13:00 Uhr

Belastungsfaktoren und Rehabilitation bei haftentlassenen Drogenabhängigen
Ulrich Claussen, David Schneider

11:00 Uhr    Seminar 28
13:00 Uhr

Symposion Drogenforschung II
4.    Resilienzförderung bei homosexuellen jungen Erwachsenen mit riskanten Suchtmittelkonsum
       Sina Rade
5.    Problematischer Drogenkonsum und Vaterschaft – Ergebnisse einer qualitativen Studie
       Dr. Christiane Bernard

14:00 Uhr     Abschlusstreffen
15:30 Uhr

Vorstellung des Memorandums: Das Stigma von Suchterkrankungen verstehen und überwinden
Moderation: Prof. Dr. Georg Schomerus



Wir bedanken uns für die Zuschüsse!