Thema: Eltern + Angehörige

Laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sind 5 bis 7 Millionen Angehörige durch die Alkoholabhängigkeit eines Familienmitglieds betroffen und 70 % der jungen Abhängigen haben ein suchtkrankes Elternteil.

Die Zahlen verdeutlichen, dass wir es hier nicht mit einer marginalen Gruppe von Menschen zu tun haben. Im unmittelbaren Umfeld eines Suchtkranken befindet sich in der Regel mindestens eine Person, mit der der Betroffene zusammen lebt, arbeitet oder seine Freizeit verbringt. Eltern, Großeltern, Partner, Geschwister, Kinder oder andere Menschen, die mit einer suchtkranken Person zusammenleben, werden oft selbst in ihrer Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt. Als Helfer und Beschützer übernehmen Angehörige die Verantwortung für den Suchtkranken, stellen ihre eigenen Interessen in den Hintergrund und passen ihren Lebensablauf den Bedürfnissen des betroffenen Familienmitglieds an. Ängste, Schuld- und Schamgefühle führen nicht selten zur sozialen Isolation. Körperliche (psychosomatische) und psychische Probleme können sich ebenfalls als Folge des Zusammenlebens mit einem suchtkranken Menschen entwickeln. Als Teil eines destruktiven und oft auch krank machenden Systems benötigen deshalb die angehörigen Familienmitglieder ebenso Hilfe und Unterstützung wie der Suchtkranke selbst.

Selbsthilfegruppen für Angehörige oder Elternkreise bieten neben den Angeboten der professionellen Hilfe eine Unterstützung, um in einem geschützten Raum die eigenen Probleme vortragen und bearbeiten zu können. Hier besteht die Möglichkeit, das eigene Wissen über das Thema Sucht zu erweitern, die persönlichen Erfahrungen über den suchtkranken Partner oder die Kinder auszutauschen, Handlungsmöglichkeiten zu erörtern und die persönliche Lebensqualität zu verbessern.