Thema: Motivierende Gesprächsführung

Gelungene Gespräche und Kontakte tragen in Selbsthilfegruppen wesentlich zur Abstinenz und Rückfallvermeidung bei. Je nach persönlichem und beruflichem Hintergrund ist die Fähigkeit von Gruppenmitgliedern, Gespräche zu führen, sehr unterschiedlich ausgebildet.

Die motivierende Gesprächsführung ist eine Beratungsmethode, die Menschen in ihrer Motivation zu einer Änderung ihres Verhaltens unterstützt. Das Gesamtkonzept wurde 1991 von den Suchtforschern William R. Miller und Stephen Rollnick veröffentlicht.

Information:

Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V.
Martina Arndt-Ickert
Telefon: 030 85400490
E-Mail: bb@fdr-online.info

Was kann für die Gruppenarbeit in der Selbsthilfe eine spezielle Beratungsmethode nutzen?

Motivierende Gesprächsführung beinhaltet Techniken, ist aber vor allem eine Frage der Haltung. Es lohnt sich, die Haltung, mit der Sie in Gruppen- oder auch Einzelgesprächen Ihrem Gegenüber begegnen, einmal zu überprüfen. Wie offen begegnen Sie Ihren GesprächspartnerInnen? Hören Sie gut zu oder erzählen Sie mehr von sich? Können Sie sich wirklich einfühlen in Ihr Gegenüber? Wie schnell sind Sie mit Ratschlägen zur Hand?

Genaues Hinhören, Wertschätzung, Respekt vor den Erfahrungen der anderen und gezieltes Fragen fördern Motivation, Vertrauen und Verstehen bei allen Beteiligten. Miller und Rollnick begreifen Motivation nicht als Persönlichkeitsmerkmal von Menschen oder als feststehende Größe. Es gibt nicht „motiviert“ oder „unmotiviert“, sondern Motivation ist ein dynamischer Prozess, in den jeder zu jedem Zeitpunkt einsteigen kann. In Gesprächen gehen sie davon aus, dass Motivation grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt in jedem steckt, nur in unterschiedlichem Ausmaß.

Durch Ihre Haltung Ihren GesprächspartnerInnen gegenüber können Sie Einfluss nehmen, in wieweit Motivation wächst und Veränderung möglich wird.

Das Erlernen der Methode setzt keine therapeutische oder suchttherapeutische Ausbildung voraus. Allerdings ist ein qualifiziertes Training erforderlich, um sie gut in Gesprächen einsetzen zu können Die Rückmeldungen von Fortbildungen in der Sucht-Selbsthilfe sind durchweg positiv: die TeilnehmerInnen können die Methode in den Selbsthilfegruppen, beruflich oder auch privat mit ihren Partnern oder vielleicht pubertierenden Kindern gut einsetzen.