fdr+Fachtagung „YOUNG-FREE-DIFFERENT. Neue Chancen für die junge Suchtselbsthilfe“

Wie muss Suchtselbsthilfe sein, damit sie auch für junge Menschen attraktiv ist und von den nächsten Generationen genutzt wird?
Am 27. Oktober 2018 veranstaltete der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. in Kooperation mit dem Deutscher Caritasverband e.V. und dem AWO Bezirksverband Potsdam e.V. die Fachtagung „YOUNG-FREE-DIFFERENT, Neue Chancen für die junge Suchtselbsthilfe“ in Berlin. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Suchthilfestiftung e.V.
Am Vormittag wurde in einem Vortrag von Miriam Walther/Nakos Berlin die Frage gestellt „Was brauchen junge kranke Menschen?“ Sie brachte dazu ihre Erfahrungen aus Selbsthilfe auch jenseits des Suchtthemas ein. (Download: Walther_27.10.18)

In einem weiteren Vortrag stellte Anja Breuer/Stadtrand e.V. Berlin die Ergebnisse einer Onlinebefragung „Junge Selbsthilfe“ vor, aus denen sich viele Aspekte auf die Sucht-Selbsthilfe übertragen lassen. (Download: Breuer_FT Junge Selbsthilfe 27.10.18)

Es folgten sechs Kurzvorträge von Sucht-Selbsthilfegruppen und – projekten, die mit ihren Konzepten und Angeboten junge Leute erreichen. Der Nachmittag der Tagung stand im Zeichen „Markt der Möglichkeiten“, bei dem elf Sucht-Selbsthilfegruppen und –projekte im Sinne von „best practise“ Auskunft darüber gaben, wie sie junge Leute erreichen und was das Besondere ihrer Angebote ist. Moderiert wurde der Markt als Speed-Dating, bei dem alle Teilnehmer*innen mit ihrer Kleingruppe jeden Stand zeitlich befristet besuchten. Am Ende der Veranstaltung gab es ein kurzes Fazit im Plenum.

Die Ergebnisse der Fachtagung, an der 90 Vertret*innen der Suchtprävention, -hilfe und -selbsthilfe teilnahmen, lassen sich wiefolgt zusammenfassen:

  • Junge Menschen profitieren von der Selbsthilfe, nur zum Teil in anderer Form.
  • Sie wünschen sich den Dialog zwischen den Generationen in der Selbsthilfe und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.
  • Gleichzeitig brauchen sie eigene Freiräume mit „coolen“ Namen und Flyern für ihre Gruppen, mit flexiblem Setting, gemeinsamen Aktivitäten und eigenen Themen oder auch Gruppen auf Zeit. Themenübergreifende oder auch altersspezifische Gruppen sind hilfreich.
  • Sie wünschen sich ein anderes Image für die Selbsthilfe: „Mehr als ein Stuhlkreis“ und keine Angst vor Stigmatisierung.
  • Aber auch altersgemischte Gruppen funktionieren, wenn die Haltung stimmt und Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Lebensmustern und –erfahrungen, anderen Konsumstoffen und –mustern bestehen und wenn Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet.
  • Junge Menschen wollen mitreden in der Sucht-Selbsthilfe in Verbänden, Vereinen und Ausschüssen. Dazu müssen sie ernst genommen werden mit ihren Bedürfnissen und Anliegen, die manchmal anders sind als die der traditionellen Sucht-Selbsthilfe.

fdr+DHS+Fachkongress „SUCHT: bio-psycho-SOZIAL

„Wir können auch anders: gemeinsam!“ so lautete nicht nur der Titel eines Fachtages des fdr+ im April dieses Jahres, sondern so gestaltete sich auch unser diesjähriger fdr+sucht+kongress, den wir zusammen mit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) vom 08.10.-10.10.2018 in Berlin-Adlershof veranstalteten. Ausgewählte Referentinnen und Referenten informierten die 360 Teilnehmenden in interessanten und eindrucksvollen Vorträgen – aus unterschiedlichen Perspektiven – über die Umsetzung des integrierten bio-psycho-sozialen Ansatzes in der Begleitung, Beratung und Behandlung suchtgefährdeter und süchtiger Menschen. In zahlreichen Foren, Symposien und im „Kongress vor Ort“ wurde themenspezifisch informiert, analysiert und umfänglich diskutiert, um die zukünftige Strategie der Suchthilfe, Suchtprävention und Suchtselbsthilfe weiterzuentwickeln.

Die Vorträge zur Tagung werden demnächst auf der Homepage der DHS zum Download zur Verfügung stehen. Wir werden dann gern dazu verlinken.

fdr+ stellt Forderungen für eine wirksame Suchthilfe

„Suchtprävention, Suchthilfe und SuchtSelbstHilfe – Das muss sein, damit sie wirken“ heißt die neue Broschüre, die der Vorstand des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. im 40. Jahr seines Bestehens jetzt veröffentlicht hat. Sie enthält 27 Forderungen, die Suchtprävention, Suchthilfe und SuchtSelbstHilfe wirksamer machen können. Weil sich in diesen 40 Jahren viel zu wenig zum Besseren geändert hat, hat der wissenschaftliche Beirat des fdr+ die Erfahrungen aus vier Jahrzehnten formuliert und aufbereitet, um sie weitergeben zu können. Erfahrungen, die anderen Orientierung und Unterstützung sein sollen. Damit werden die Anforderungen an gute fachliche Praxis, politisches Gestalten und Verwaltungshandeln bei den Leistungs- und Kostenträgern neu formuliert und gleichzeitig Perspektiven für die Träger von Einrichtungen aufgezeigt sowie den Fachkräften eine Orientierung gegeben. Nicht alle regionalen Besonderheiten können dabei berücksichtigt werden, die Forderungen sind deshalb allgemein und werden bei Bedarf im lokalen Kontext präzisiert. Alle Forderungen können jedoch — guten Willen bei Politik und Verwaltung vorausgesetzt — in die Praxis umgesetzt werden und dürfen auch gern diskutiert werden.  Die Broschüre kann im fdr+Buchladen bestellt oder unter dem nachstehenden Link fdr+Forderungen heruntergeladen werden.

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Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Eine einheitliche Veröffentlichungspflicht für gemeinnützige Organisationen gibt es in Deutschland nicht. Wer für das Gemeinwohl tätig wird, sollte der Gemeinschaft dennoch sagen, welche Ziele die Organisation genau anstrebt, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer die Entscheidungsträger sind. Der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. hat diese freiwillige Selbstverpflichtung unterschrieben und veröffentlicht alle relevanten Informationen im Internet. Lesen Sie unsere Selbstverpflichtung Transparenz

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