fdr+fachtage+Seminare

Tagesworkshop „Sucht & geistige Behinderung“ am 07.08.2019 in Berlin

 

Am 7. August 2019 veranstaltete der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. gemeinsam mit dem AWO Bundesverband und dem AWO Bezirksverband Potsdam einen Tagesworkshop zum Thema „Geistige Behinderung und Sucht“. 82 ehren- und hauptamtliche Fachkräfte aus den Arbeitsfeldern der Behindertenhilfe und der Suchthilfe nahmen an dieser Veranstaltung teil. Neben Vorträgen zu aktuellen Projekten und fachlichen Expertisen wurden die Herausforderungen in der Arbeit an der Schnittstelle beleuchtet, das grundsätzliche „Recht auf Konsum“ des Einzelnen thematisiert sowie die Chancen und Grenzen der Selbsthilfe diskutiert.

Dabei wurden folgende Ziele verfolgt:

  • Förderung von Netzwerken, welche die Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung und Suchtproblematik in der Gesellschaft stärken
  • Gegenseitiger Wissenstransfer
  • Sensibilisierung für das Thema an der Schnittstelle zwischen den Arbeitsfeldern
  • Anstoß regionaler Kooperationen und Projekte mit dem langfristigen Ziel, auch Sucht-Selbsthilfegruppen als Angebot zu verankern

Die uns vorliegenden Beiträge zum Tagesworkshop stellen wir Ihnen gern zur Verfügung:

Vortrag 1: Bundesmodellprojekt „Geistige Behinderung und problematischer Substanzkonsum“, Thomas Abel, aktionberatung-einfach.gut.beraten. Wiesbaden

Vortrag 2: „Suchttherapie bei Menschen mit Beeinträchtigung“, Susanne Funke, Fachklinik Oldenburger Land

Vortrag 3: „Begleitung von Menschen bei Sucht- und geistiger Beeinträchtigung – Selbsthilfe als Weg!“, Petra Nachtigal, Gesundheitsamt Bremen und Sabine Bütow, Netzwerk Selbsthilfe e.V. Bremen

Workshop 1: „Recht auf Sucht? Selbstbestimmter Umgang mit Sucht und Genussmitteln“, Wolfgang Beine, v. Bodelschwingsche Stiftung, a.D. Bielefeld

Eind detaillierte Tagungsdokumentation stellen wir Ihnen hier gern zur Verfügung.

Das vollständige Programm zum Nachlesen.

fdr+Fachtagung
„YOUNG – FREE – DIFFERENT. Neue Chancen für die junge Suchtselbsthilfe“
Termin: 27. OKTOBER 2018, 10:00 Uhr – 16:00 Uhr
Ort: Hotel Aquino/Tagungszentrum, Hannoversche Str. 5b, 10115 Berlin

 

Wie muss Suchtselbsthilfe sein, damit sie auch für junge Menschen attraktiv ist und von den nächsten Generationen genutzt wird?
Am 27. Oktober 2018 veranstaltete der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. in Kooperation mit dem Deutscher Caritasverband e.V. und dem AWO Bezirksverband Potsdam e.V. die Fachtagung „YOUNG-FREE-DIFFERENT, Neue Chancen für die junge Suchtselbsthilfe“ in Berlin. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Suchthilfestiftung e.V.
Am Vormittag wurde in einem Vortrag von Miriam Walther/Nakos Berlin die Frage gestellt „Was brauchen junge kranke Menschen?“ Sie brachte dazu ihre Erfahrungen aus Selbsthilfe auch jenseits des Suchtthemas ein. (Download: Walther_27.10.18)

In einem weiteren Vortrag stellte Anja Breuer/Stadtrand e.V. Berlin die Ergebnisse einer Onlinebefragung „Junge Selbsthilfe“ vor, aus denen sich viele Aspekte auf die Sucht-Selbsthilfe übertragen lassen. (Download: Breuer_FT Junge Selbsthilfe 27.10.18)

Es folgten sechs Kurzvorträge von Sucht-Selbsthilfegruppen und – projekten, die mit ihren Konzepten und Angeboten junge Leute erreichen. Der Nachmittag der Tagung stand im Zeichen „Markt der Möglichkeiten“, bei dem elf Sucht-Selbsthilfegruppen und –projekte im Sinne von „best practise“ Auskunft darüber gaben, wie sie junge Leute erreichen und was das Besondere ihrer Angebote ist. Moderiert wurde der Markt als Speed-Dating, bei dem alle Teilnehmer*innen mit ihrer Kleingruppe jeden Stand zeitlich befristet besuchten. Am Ende der Veranstaltung gab es ein kurzes Fazit im Plenum.

Die Ergebnisse der Fachtagung, an der 90 Vertret*innen der Suchtprävention, -hilfe und -selbsthilfe teilnahmen, lassen sich wiefolgt zusammenfassen:

  • Junge Menschen profitieren von der Selbsthilfe, nur zum Teil in anderer Form.
  • Sie wünschen sich den Dialog zwischen den Generationen in der Selbsthilfe und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.
  • Gleichzeitig brauchen sie eigene Freiräume mit „coolen“ Namen und Flyern für ihre Gruppen, mit flexiblem Setting, gemeinsamen Aktivitäten und eigenen Themen oder auch Gruppen auf Zeit. Themenübergreifende oder auch altersspezifische Gruppen sind hilfreich.
  • Sie wünschen sich ein anderes Image für die Selbsthilfe: „Mehr als ein Stuhlkreis“ und keine Angst vor Stigmatisierung.
  • Aber auch altersgemischte Gruppen funktionieren, wenn die Haltung stimmt und Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Lebensmustern und –erfahrungen, anderen Konsumstoffen und –mustern bestehen und wenn Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet.
  • Junge Menschen wollen mitreden in der Sucht-Selbsthilfe in Verbänden, Vereinen und Ausschüssen. Dazu müssen sie ernst genommen werden mit ihren Bedürfnissen und Anliegen, die manchmal anders sind als die der traditionellen Sucht-Selbsthilfe.

Den Flyer zur fdr+Fachtagung (zum Nachlesen) finden Sie hier: 181027 Flyer_FT_Young-Free-Different